Zeugnis

Soweit Arbeitsverhältnisse beendet werden, stellt sich immer wieder die Frage nach der Erteilung eines Zeugnisses. Hierbei werden unterschiedliche Zeugnistypen unterschieden wie z. B. das einfache Zeugnis, das qualifizierte Zeugnis, das Zwischenzeugnis oder aber das vorläufige Zeugnis. Da sich die Arbeitnehmer mit den Zeugnissen bei potentiellen Arbeitgebern bewerben, ist es für die Arbeitnehmer grundsätzlich von besonderer Bedeutung, welche Aussagen in dem jeweiligen Zeugnis tatsächlich enthalten sind. Arbeitgeber hingegen sind nach entsprechender rechtmäßiger Aufforderung zur Ausstellung eines wohlwollenden, qualifizierten Zeugnisses verpflichtet.

Jedem Arbeitnehmer steht bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ein Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses zu. Hierbei wird insbesondere zwischen dem so genannten einfachen und dem qualifizierten Zeugnis unterschieden. Insoweit existiert eine Wahlschuld.

Zum Inhalt eines einfachen Zeugnisses gehören Angaben zur Art und Dauer der Tätigkeit. Daneben muss auch noch der Vor-, Nachname, das Geburtsdatum sowie die Berufsbezeichnung des Arbeitnehmers aus dem Zeugnis hervorgehen, da dieses sonst keiner konkreten Person zugeordnet werden kann. Qualifizierte Zeugnisse erhalten neben den inhaltlichen Anforderungen eines einfachen Zeugnisses zusätzliche Angaben zur Leistung und zum Verhalten des jeweiligen Arbeitnehmers.

Das Gesetz fordert zudem, dass Zeugnisse klar und verständlich formuliert sein müssen und dass in dem Zeugnis keine Formulierungen oder Merkmale enthalten sein dürfen, die einzig und allein eine andere als sich aus dem Wortlaut resultierende Aussage über den Arbeitnehmer bezwecken.

Den wahren Inhalt eines Zeugnisses zu erkennen, kann Schwierigkeiten bereiten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Arbeitgeber die Texte frei formuliert. Gerade dann wird es für Dritte schwierig werden, die wahre Intention des Arbeitgebers zu erkennen. Soweit der Arbeitgeber sich mit der Zeugnissprache nicht auskennt, können seine Aussagen, obwohl sie gut gemeint sein können, nachteilig bewertet werden. Aus diesem Grunde werden oft auch so genannte Textbausteine benutzt. Da Zeugnisse wohlwollend formuliert sein müssen, hören sich die Formulierungen für den ungeübten Zeugnisleser schön an, können jedoch eine sehr vernichtende Beurteilungen beinhalten.

Ferner gibt es auch noch weitere Indizien, die aussagekräftig sein können. Insbesondere können das Ausstellungsdatum, die Länge des Zeugnisses, die Länge der jeweiligen Abschnitte des Zeugnisses und der Unterzeichner des Zeugnisses eine wesentliche Aussagekraft mit sich bringen.

Die richtige Bewertung von Zeugnissen ist sowohl für die Arbeitgeber als auch für die Arbeitnehmer von besonderem Interesse:

Der jeweilige Arbeitnehmer sollte wissen, was der Arbeitgeber tatsächlich bescheinigt hat. Der Zeugnisinhalt kann sich auf spätere Bewerbungsgespräche nachteilig auswirken. So können schlechte Zeugnisse in der Regel zu Absagen führen, wodurch sich der Bewerber dann die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs abschneidet.

Der jeweilige Arbeitgeber hingegen sollte bei der Zeugniserstellung beachten, dass sich Arbeitnehmer gegen den Inhalt von Zeugnissen zur Wehr setzen können. Dies hätte dann eine rechtliche Auseinandersetzung zur Folge, die nicht nur zeitraubend, sondern auch kostenintensiv werden könnte. Ferner ist zu beachten, dass der Arbeitgeber sich gegebenenfalls auch schadenersatzpflichtig macht, soweit er ein so genanntes Gefälligkeitszeugnis ausstellt.

Insoweit stellen sich auf beiden Seiten viele Fragen wie zum Bespiel:

  • Qualifizierte Zeugnisse müssen wohlwollend und wahrheitsgemäß sein. Welche Noten können im Rahmen eines wohlwollenden Zeugnisses ausgedrückt werden?
  • Ist der Arbeitgeber verpflichtet ein einfaches oder aber ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen?
  • Muss der Arbeitgeber das Zeugnis an den Arbeitnehmer versenden?
  • Wann ist der Arbeitgeber zur Ausstellung eines Zwischenzeugnisses verpflichtet?
  • Ab wann steht dem Arbeitnehmer ein Zeugnisanspruch zu? Ändert sich was, wenn die Beendigung des Arbeitsverhältnisses streitig ist?
  • Von wem ist das Zeugnis zu unterzeichnen?
  • Wie kann sich der Arbeitnehmer gegen eine falsche Beurteilung zur Wehr setzen?
  • Wie sieht es mit der Darlegungs- und Beweislastverteilung aus?
  • Wie lautet das Ausstellungsdatum eines Zeugnisses?
  • Dürfen Zeugnisse Verschlüsselungstechniken beinhalten?

Soweit sich Fragen zu Zeugnisangelegenheiten stellen, stehen wir unseren Mandanten gern zur Verfügung. Die Kontaktdaten zur Althoff Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht München können dem Impressum entnommen werden.

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