Diesem Urteil lag der folgende Sachverhalt zugrunde: Frau K, angestellt seit ihrem 18. Lebensjahr,  wurde nach 10 Jahren von der Firma F ordentlich mit einer Kündigungsfrist von 1 Monat zum Monatsende gekündigt. Bei einer 10-jährigen Betriebszugehörigkeit beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitgeber gemäß § 622 Abs. 2 S. 1 BGB grundsätzlich 4 Monate zum Monatsende. Die Firma S hat jedoch lediglich eine Kündigungsfrist von 1 Monat zum Monatsende unter Berufung auf § 622 Abs. 2 S. 2 BGB beachtet. § 622 Abs. 2 S. 2 BGB besagt, dass bei der Berechnung der Betriebszugehörigkeit die Zeiten vor Vollendung des 25. Lebensjahrs unberücksichtigt bleiben. Somit seien lediglich die Betriebszugehörigkeitszeiten ab dem 25. Lebensjahr der Frau K zu berücksichtigen. Dies seien 3 Jahre, so dass eben eine Kündigungsfrist von 1 Monat zum Monatsende ausreiche.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in dieser Entscheidung entschieden, dass die nationale Norm des § 622 Abs. 2 S. 2 BGB europarechtswidrig sei. Diese Norm beinhalte eine unzulässige Altersdiskriminierung und verstoße gegen das vorrangige Gemeinschaftsrecht. Aufgrund dieses Verstoßes erklärte der EuGH diese Norm für unanwendbar.